71 Schulen, über 36.000 Teilnehmer*innen: Hier findet ihr den vollständigen Rückblick auf das Projekt, seinen Ablauf und seine Methoden.
Woche für Woche machte das Mobile Futurium Halt in einer neuen Kleinstadt. Sechs Zukunfts-Mentor*innen parkten das auffällige Zukunftsmobil direkt auf dem Schulhof und begleiteten Schüler*innen der Klassen 5 bis 10 durch interaktive, mehrstündige Workshops.
Das Mobile Futurium ist ein E-Auto mit speziell entwickeltem Anhänger, der nicht nur Materialien transportiert, sondern mit seinen Vermittlungselementen auch zur eigenständigen Erkundung einlädt.
Das Bildungsangebot des Mobilen Futuriums baut auf den bestehenden und erfolgreich im Publikumsbetrieb etablierten Angeboten des Futuriums auf. Inhaltlich geht es um Demokratie, Mobilität, Energie, Arbeit, Gesundheit und Ernährung, immer jedoch steht Aktivität an erster Stelle: Schüler*innen gestalten 3D-Welten, steuern Roboter durch Parcours oder entwickeln eigene Sensoren zur Erhebung von Umweltdaten. Zukunft passiert eben nicht einfach so – sondern wir gestalten sie mit.
Mobiles Futurium Workshopkatalog
Mit den Robotern zu programmieren war ein WOW-Effekt für mich.
Von 2024 bis 2026 war das Mobile Futurium in 12 Bundesländern unterwegs, besuchte 71 Schulen und erreichte über 36.000 Schüler*innen der Klassen 5 bis 10. Insgesamt drei Touren führten von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern über Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bis nach Bayern, Thüringen und Rheinland-Pfalz.
Zugang zu außerschulischen Bildungsangeboten ist nicht selbstverständlich, besonders nicht abseits großer Städte. Das Mobile Futurium hat diesen Gedanken zum Ausgangspunkt gemacht: Alle besuchten Schulen liegen in ländlichen Regionen. Die Auswahl der Standorte orientierte sich an Kriterien der Thünen-Typologie [1] für ländliche Räume in Deutschland.
[1] Das Thünen Institut definiert ländliche Räume anhand verschiedener Kriterien wie u.a. Siedlungsdichte, Anteil der land- und forstwirtschaftlichen Fläche und Erreichbarkeit großer Zentren.
Ich bin begeistert von den Ideen und Fähigkeiten meiner Schüler*innen.
Zukünftebildung entfaltet ihre Wirkung nur, wenn Lehrkräfte sie weitertragen können. Deshalb war die Begleitung von Pädagog*innen fester Bestandteil des Mobilen Futuriums.
Während der Touren bot das Mobile Futurium eine zweiteilige Fortbildungsreihe an. Im ersten Teil erkundeten Lehrkräfte, wie sie Schüler*innen für Zukunftsfragen begeistern können. Im zweiten Teil lernten sie Methoden wie die Szenariotechnik kennen, mit denen sich Futures Literacies – also Zukunftskompetenzen – direkt und unkompliziert in den Unterricht integrieren lassen, ohne großen zusätzlichen Aufwand.
Die dabei verwendeten Materialien basieren auf Methoden der Zukunftsforschung, der Bildung für nachhaltige Entwicklung und des Design Thinking.
Das Futurium – Zukunftsausstellung, Zukunftslabor und Zukunftsforum – widmet sich seit 2019 in Berlin der zentralen Frage „Wie wollen wir leben?“. Es zeigt die Herausforderungen, Chancen und Risiken ebenso wie die Bausteine, mit denen Zukunft gestaltet werden kann. Seit Eröffnung haben bereits über 3,6 Millionen Menschen das Haus in der Nähe des Berliner Hauptbahnhofs besucht und weitere Millionen die digitalen Angebote genutzt.
Das Projekt „Mobiles Futurium – ein Modellprojekt an der Schnittstelle von Praxis und Forschung“ wird durch das BMFTR-Rahmenprogramm für die Geistes- und Sozialwissenschaften „Gesellschaft verstehen – Zukunft gestalten“ gefördert. Das Mobile Futurium wird vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) Karlsruhe wissenschaftlich begleitet.
Beim Mobilen Futurium handelte es sich um ein kostenfreies Angebot.